Ich habe tatsächlich eine Geschichte
angefangen, die etwas 100 Jahre nach dem Sturz (von Mordor) spielt, aber sie
erwies sich als finster und deprimierend. Da wir es nun mit Menschen zu tun haben, müssen wir uns unvermeidlich mit ihrem ärgerlichsten Wesenszug
befassen: ihrer schnellen Übersättigung durch das Gute. So daß die Menschen
von Gondor in Zeiten des Friedens, der Gerechtigkeit und des Wohlstands
unzufrieden und rastlos wurden - während die von Aragorn abstammenden
Dynasten einfach Könige oder Gouverneure wurden - wie Denethor oder
schlimmer. Ich stellte fest, daß so früh schon revolutionäre
Verschwörungen aufkamen, um das Zentrum einer satanistischen Geheimreligion; während
die Jungen in Gondor Orks spielten, herumliefen und Verwüstungen
anrichteten. Ich hätte einen "Thriller" über die Verschwörung,
ihre Aufdeckung und Niederwerfung schreiben können - aber das wäre auch
alles. Lohnt nicht die Mühe.
(Briefe S. 449 (Nr. 256, an Colin Bailey)
Ich habe nichts geschrieben, was über
die ersten paar Jahre des Vierten Zeitalters hinausführt. Abgesehen von
einer angefangenen Geschichte, die vom Ende der Herrschaft Eldaron handeln
sollte, etwa 100 Jahre nach Aragorns Tod. Da merkte ich natürlich, daß es
von der friedlichen Herrschaft dieses Königs kaum erzählenswerte Geschichten
gab; und seine Kriege wären nach der Niederwerfung Saurons nicht mehr
sonderlich interessant; daß aber mit einiger Sicherheit um diese Zeit eine
Unruhe auftreten würde, weil das Gute (wie es scheint) unvermeidlich die
Menschen langweilt: unter den Jugendlichen würde es Geheimbünde geben, die
dunkle Kulte und "Ork-Kulte" praktizieren.
Briefe S. 545 (Nr. 338, an Fr. Douglas
Carter, Juni 1971)