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Elen síla lúmenn' omentielvo.









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Die Welt
wird nicht bedroht von denen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse
zulassen.
Einen guten Teil seiner Faszination verdanken Tolkiens Bücher
sicher auch dem Umstand, daß in ihnen unnachahmlich der Kampf für das
Gute, Wahre und Schöne gegen Böses, Lüge und Häßliches dargestellt wird.
Aber: Ändern sich nicht die menschlichen Vorstellungen
über das "Gute, Wahre und Schöne" im Laufe der Zeit und von Volk zu
Volk?
Die Vorstellungen darüber ändern sich gewiß.
Aber ändern sich deswegen Gut und Böse, Wahrheit und Lüge, Schönheit und
Häßlichkeit? Nimmermehr!
"Wie soll ein Mensch beurteilen, was er in solchen
Zeiten tun soll?" "Wie er immer geurteilt hat", sagte Aragorn. "Gut und Böse haben
sich nicht in jüngster Zeit geändert; und sie sind auch nicht zweierlei bei
Elben und Zwergen auf der einen und Menschen auf der anderen Seite. Ein Mann muß
sie unterscheiden können, im Goldenen Wald ebenso wie in seinem eigenen Haus."
HdR, Drittes Buch, Zweites Kapitel: Die
Reiter von Rohan

Der Herr der Ringe ist natürlich von Grund
auf ein religiöses und katholisches Werk; unbewusstermaßen zuerst, aber
bewusst im Rückblick (Brief vom 2. Dezember 1953 an Robert Murray). Der
Charakter des Autors prägt auch den Charakter des Werkes. Der religiöse Mensch hat ein geschärftes Auge für
Gut und Böse. Er weiß, dass es sich dabei um vorgegebene Wirklichkeiten
handelt und nicht um Konventionen oder Produkte sozialer oder biologischer
Evolutionsprozesse. Im praktischen Leben weiß dies im Grunde auch jeder andere
Mensch, auch wenn er im reflexiven Bewusstsein anderen Theorien anhängt. Der
religiöse Mensch ist sich dessen bewusst, dass der Kampf zwischen Gut und Böse,
also die sittliche Bewährung, das Thema des ganzen Lebens ist. Unser Leben
bekommt erst dadurch seinen Sinn. Wenn man in Tolkiens phantastische Welt
eintritt, erscheint diese Wahrheit in neuem, herrlichen Licht, so wie die Natur
in Lothlórien, die in den altbekannten Farben Gold, Weiß, Blau und Grün so
frisch und strahlend aufscheint, als ob man der Farben zum ersten Mal gewahr
werde. All die Werte, die das Gute in seiner mannigfaltigen Fülle ausmachen,
wie Treue, Barmherzigkeit und Opferbereitschaft, erscheinen im Herrn der Ringe
in neuer Plastizität, so dass dem nachdenklichen Leser ihr metaphysischer
Status klar wird: Sie gelten für alle möglichen Wesen. "Wie er immer
geurteilt hat", läßt Tolkien Aragorn auf die Frage Éomers antworten, wie
ein Mensch beurteilen soll, was er in solchen Zeiten tun soll. Denn: "Gut
und Böse haben sich nicht in jüngster Zeit geändert; und sie sind auch nicht
zweierlei bei Elben und Zwergen auf der einen und Menschen auf der anderen
Seite. Ein Mann muss sie unterscheiden können, im Goldenen Wald ebenso wie in
seinem eigenen Haus." (HdR III,2). In der Gestalt Sarumans wird deutlich,
dass schon die Relativierung von Gut und Böse, die Verwischung ihres
Unterschieds, ein Werk des Bösen ist. Saruman glaubt, dass die Zeiten sich geändert
haben und es nun "klug" sei, mit dem Bösen zu paktieren. "Unsere
Absichten brauchen sich nicht wirklich zu ändern und würden sich auch nicht ändern,
nur unsere Mittel." (HdR II,2).
Aus
dem Nachwort zu dem Buch: Cordelia Spaemann: Der Riss in der Welt. Tolkien und
die Hintergründe
Dünke dich nicht weise zu sein, sondern fürchte den HERRN und weiche vom Bösen.
Sprüche Salomos 3,7
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